Warum Vogelfutter zurzeit liegen bleibt

 

Meisenknödel, Vogelhäuschen und Futtersäulen – im Januar wird die Weihnachtsdeko in vielen Gärten gegen Futterstellen für Vögel eingetauscht. Doch in diesem Jahr bleiben Nüsse, Samen und Äpfel häufig unberührt. Ist das normal?

 

In vielen Gärten haben sich in diesem Winter bisher nur wenig Amseln, Meisen und Finken blicken lassen. Teilweise blieben Futterstellen sogar unberührt. Sind das Folgen der Vogelgrippe oder des Insektensterbens? Oder gibt es einen anderen Auslöser?

 

Futterstellen abbauen?

 Der zurzeit milde Winter hat laut NABU zur Folge, dass weniger Vögel in den Gärten zu sehen sind. "Ohne Frost und Schnee können die bei uns überwinternden Vögel auch in Wald und Flur gut Nahrung finden", sagt NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion.

Das bedeutet für Gartenbesitzer nicht, dass Sie Vogelhäuschen und Futtersäulen wieder abbauen sollten. Sobald "der Boden zugeschneit und die Zweige mit Eis überzogen sind, werden die wärmeren Städte und die zahlreichen Vogelfütterungen in den Gärten zum Magnet für Vögel", so Adrion.

 

Ausbleiben der Zugvögel

 Doch nicht nur in Deutschland herrscht aktuell eher frühlingshaftes Wetter. Auch in anderen Regionen in Nord- und Osteuropa ist der Winter zurzeit mild. Die Folge: Der Zuzug von Vögeln aus diesen Regionen nach Deutschland bleibt aus, da sie vor Ort noch ausreichend Nahrung finden.

 

Fehlende Lebensräume

 Allerdings gibt es auch andere Faktoren, die zu weniger Vögeln im Garten führen. Der starke Einsatz von Unkraut- und Insektengiften verringert langfristig die Zahl der Insekten. Diese wiederum sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Weiterhin fehlen zunehmend schützende Hecken und Bäume, in denen Vogeleltern ihre Nester bauen oder sich Vögel zum Schutz zurückziehen können. 

 

Das richtige Futter

Dass ein Futterhäuschen im Winter weiterhin sinnvoll ist, zeigen die aktuellen Zahlen des NABU. Der Naturschutzbund teilt mit, dass rund 26 Prozent mehr Vögel im eigenen Garten gesichtet werden können, wenn hier ein Vogelhäuschen oder eine andere Futterstelle für die gefiederten Freunde eingerichtet wurde. Besonders Sperlinge und Meisen nehmen das Angebot dankend an. Aber auch Sperber sind an den Futterplätzen zunehmend zu sichten – allerdings eher, weil Kleinvögel auf ihrem Speiseplan stehen.

Vögel sind aber auch wählerisch. Wenn Sie den Tieren Nahrung anbieten, sollte dies vogelgerecht sein. Verdorbenes oder verschimmeltes Obst und ranzige Nüsse und Samen gehören nicht in das Futterhaus. Es wird außerdem meist verschmäht. Die Mischung sollte ölhaltig und energiereich sein. Füllstoffe wie Weißbrot liefern Meisen, Sperlingen und Co. keine ausreichende Energie, um durch die kalten Tage zu kommen.  

Achten Sie bei Ihrem Vogelhaus oder der Futtersäule auch auf den richtigen Standort. Sie sollten frei aufgestellt sein, damit Vögel heranschleichende Feinde rechtzeitig bemerken. Auch Hecken und Bäume sollten in der Nähe sein. Sie bieten ausreichend Schutz bei einer möglichen Flucht und Möglichkeiten, um sich zu verstecken.

 

Vogelzählung am Wochenende 

Vom 5. Januar bis zum 7. Januar 2018 findet wieder die Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" statt. Gartenbesitzer und Vogelfreunde können an diesem Wochenende wieder die Zahl und Arten der gesichteten Vögel notieren und dem NABU mitteilen. Benötigt wird lediglich eine Stunde Zeit, ein ruhiger Beobachtungsplatz sowie ein Zettel und Stift. Ihre Ergebnisse können Sie anschließend auf der Aktionsseite eintragen oder dem Naturschutzbund telefonisch unter 0800-1157-115 mitteilen.